Gaumennahterweiterung, was ist das überhaupt?

27. Januar 2026

Häufig sehen wir in der Praxis Kinder mit einem zu schmalen Oberkiefer, Folge davon ist oft ein Kreuzbiss, zu sehen auf dem unteren Zahnbild. Hier ist der Kreuzbiss auf der rechten Seite des Patienten entstanden. Weitere Symptome können eine enge Nasenpassage, eingeschränke Nasenatmung, häufige Erkältungen und auch Schnarchen sein. 

Die eingeschränkte Nasenatmung kann die Schlafqualität von Kindern deutlich beeinträchtigen. Viele schlafen unruhig, wachen morgens nicht erholt auf und tagsüber müde. Die Folgen zeigen sich im Alltag: Kinder wirken gereizt, haben Schwierigkeiten, sich in der Schule zu konzentrieren, oder kämpfen mit starker Müdigkeit. Bei manchen Kindern äußert sich die Müdigkeit paradox: Statt ruhig zu wirken, entwickeln sie einen ausgeprägten Bewegungsdrang, um ihre Müdigkeit zu kompensieren.

 

Kreuzbiss | Quelle: Praxis Dr. Freudenberg

 

Ursächlich ist eine falsche Zungenruhelage. Die Zunge dient als Wachstumsmotor für den Oberkiefer und sollte am Gaumen ihren Platz einnehmen. Ist das nicht der Fall, entsteht ein zu schmaler Oberkiefer. Um diese Zungenruhelage zu trainieren, überweisen wir zu den Spezialisten: den Logopäden. 

Ist allerdings bereits Fehlwachstum eingetreten, sind die Kieferorthopäden gefragt. Der Oberkiefer muss verbreitert werden, dann kann die Zunge wieder ihren richtigen Platz am Gaumen finden und die Zähne von Ober- und Unterkiefer richtig zusammenbeißen.

Gaumennahterweiterung
Gaumennahterweiterung
Quelle: Praxis Dr. Andrea Freudenberg

 

Wie kann diese Breitengewinnung im Oberkiefer stattfinden? Dazu sollten wir uns erstmal die Anatomie des Oberkiefers anschauen, um zu zeigen, warum eine Breitengewinnung im Oberkiefer im Vergleich zum Unterkiefer überhaupt möglich ist. Unser Oberkiefer besteht aus zwei Knochen, die über eine Gaumennaht miteinander verbunden sind. Diese Gaumennaht kann lebenslang aufgedehnt werden. Je nach Alter des Patienten gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, diese Gaumennaht aufzudehnen. Wir stellen heute drei verschiedene Möglichkeiten vor.

 

Dehnplatte im Oberkiefer

Ist die transversale Diskrepanz nur gering, kann mit einer herausnehmbaren Zahnspange im Oberkiefer ausreichend Platz geschaffen und der Kreuzbiss überstellt werden. An der eingebauten transversalen Dehnschraube wird 1x in der Woche gedreht, die Spange muß mindesten 16 Stunden getragen werden, die aktive Behandlung dauert mehrere Monate. Mehr zur Kreuzbissüberstellung ist im Bolgberitrag “ lateraler Kreuzbiss” zu finden.

 

Die Kappenschienen-GNE (Gaumennahterweiterung)

Die GNE ist ein fest auf die Zähne zementiertes Gerät. Mittig ist eine Schraube integriert, an der täglich bis zu 3x gedreht wird. Die aktive Behandlungzeit dauert in der Regel 10-15 Tage, dabei wir die Gaumennaht langsam auseinandergezogen und es entsteht ein kleiner Spalt zwischen den Kieferhälften. Zur Stabilisierung  verbleibt das Gerät für 6 Monate festzementiert. In dieser Zeit bildet der Körper neuen Knochen in der geöffneten Gaumenspalte. Die Sutur verknöchert wieder und stabilisiert die neu gewonnene Kieferbreite

 

Die transversale Erweiterung hat positiven Einfluß auf 

  • die Zahnstellung (Kreuzbissüberstellung)
  • die Zungenruhelage ( Platz für die Zunge erstmals geschaffen)
  • Mundatmung wird reduziert (dadurch kann die Zunge am Gaumen liegen)
  • Nasenatmung wird verbessert (durch die Erweiterung des Gaumens ist
  • gleichzeitig der Nasenboden erweitert und die Nasenpassage vergrößert
  • Schnarchen verbessert
  • Schlafqualität 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Praxis Dr. Andrea Freudenberg, https://mykie.de